Einsatzstähle
Einsatzstähle sind Stähle mit einem niedrigen Kohlenstoffgehalt von 0,10 bis 0,20 %. Durch Einsatzhärten des Materials kann der Kohlenstoffgehalt in der Randschicht erhöht werden. So bleibt im Kern die Zähigkeit und Bruchfestigkeit des Stahls erhalten, aber die Oberfläche wird gehärtet und erhält so eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Verschleiß. Einsatzstähle werden dementsprechend für Bauteile verwendet, die hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt sind. Hierzu zählen zum Beispiel Getriebe, Zahnräder, Wellen und Bolzen.
Durch Beimengung von Legierungselementen wie Mangan oder Chrom können die Kernfestigkeit und Verschleißfestigkeit für die verschiedenen Einsatzzwecke optimiert werden.
Die Wilhelm Jungermann GmbH liefert Einsatzstähle in unterschiedlichen Ausführungen, Formen und Abmessungen für verschleißfeste Bauteile mit hoher dynamischer Beanspruchung.
Eigenschaften von Einsatzstahl
- Unlegiert oder niedrig legiert
- Niedriger Kohlenstoffgehalt im Kern
- Höherer Kohlenstoffgehalt in der Randschicht
- Einsatzhärtung durch Aufkohlen/Carbonitrieren
- Verschleißfest
- Nicht rostfrei
Einsatzbereiche von Einsatzstahl
- Getriebe
- Zahnräder
- Ketten
- Bolzen
Werkstoff-Informationstabelle
Details zu den einzelnen Werkstoffen finden Sie im jeweiligen Werkstoff-Informationsblatt durch Anklicken der Werkstoff-Nummer.
| Werkstoff-Nr. | Bezeichnung | Verwendungsmöglichkeit |
|---|---|---|
| 1.7131 | 16 Mn Cr 5 | Getriebe, Zahnräder, Ketten, Bolzen, u.ä. |
| 1.7139 | 16 Mn Cr S 5 | Getriebe, Zahnräder, Ketten, Bolzen, u.ä. |
| 1.7147 | 20 Mn Cr 5 | Getriebe, Zahnräder, Ketten stärkerer Abmessung und ähnliche Teile für höhere Kernfestigkeit |
| 1.7149 | 20 Mn Cr S 5 | Getriebe, Zahnräder, Ketten stärkerer Abmessung und ähnliche Teile für höhere Kernfestigkeit |
Bei Fragen zu unseren Produkten können Sie uns per Telefon oder E-Mail kontaktieren. Wir beraten Sie gerne, welche Stahlsorte für Ihre Werkzeugteile oder Anwendungsfälle am besten geeignet sind.
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Häufige Fragen
Fragen zu Einsatzstählen
Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen zu Einsatzstählen, typischen Anwendungen, Wärmebehandlung und zur passenden Materialauswahl.
Was sind Einsatzstähle?
Einsatzstähle sind Stähle mit niedrigem Kohlenstoffgehalt und bestimmten Legierungselementen, wie zum Beispiel Mangan oder Chrom, die für das Einsatzhärten vorgesehen sind. Beim Einsatzhärten wird die Randschicht mit Kohlenstoff angereichert und anschließend gehärtet.
So entsteht eine verschleißfeste Oberfläche, während der Kern zäh und bruchfest bleibt. Diese Kombination ist wichtig für Bauteile, die außen stark beansprucht werden, aber innen Belastungen aufnehmen müssen. Typische Einsatzbereiche sind Getriebe, Zahnräder, Ketten, Bolzen und ähnliche Bauteile. Einen Überblick gibt die Seite Einsatzstähle.
Wofür werden Einsatzstähle verwendet?
Einsatzstähle werden verwendet, wenn Bauteile eine harte, verschleißfeste Oberfläche und gleichzeitig einen zähen Kern benötigen. Typische Anwendungen sind Zahnräder, Getriebeteile, Ketten, Bolzen, Wellen und stärker belastete Maschinenkomponenten.
Die harte Randschicht schützt vor Verschleiß, während der Kern Stoß- und Wechselbelastungen aufnehmen kann. Besonders bei dynamisch beanspruchten Bauteilen ist diese Eigenschaft entscheidend. Welche Qualität passt, hängt von Bauteilgröße, gewünschter Einsatzhärtetiefe, Wärmebehandlung, Kernfestigkeit, späterer Belastung und Einsatzzweck ab.
Was ist der Unterschied zwischen Einsatzstahl und Vergütungsstahl?
Einsatzstahl wird genutzt, wenn vor allem die Oberfläche hart und verschleißfest sein soll, der Kern aber zäh bleiben muss. Vergütungsstahl wird dagegen über den Querschnitt durch Härten und Anlassen auf eine hohe Festigkeit bei guter Zähigkeit eingestellt.
Einfach gesagt: Einsatzstahl ist sinnvoll für harte Randschichten, Vergütungsstahl für hochbelastete Bauteile mit Festigkeit im gesamten Querschnitt. Mehr zur zweiten Werkstoffgruppe steht auf den Seiten Vergütungsstähle oder Einsatzstahl.
Warum ist die Wärmebehandlung bei Einsatzstählen so wichtig?
Die Wärmebehandlung bestimmt bei Einsatzstählen maßgeblich die späteren Eigenschaften. Erst durch Aufkohlen oder Carbonitrieren, Härten und Anlassen entsteht die gewünschte Kombination aus harter Oberfläche und zähem Kern.
Werden Temperatur, Haltezeit, Einsatzhärtetiefe oder Abkühlung nicht passend gewählt, können Verzug, Risse, ungleichmäßige Härte oder zu geringe Verschleißfestigkeit entstehen. Deshalb sollte die Wärmebehandlung früh in die Werkstoffauswahl einbezogen werden. Besonders bei präzisen Bauteilen sind Abmessung, Toleranzen und mögliche Nachbearbeitung zu berücksichtigen.
Wann sollte man Einsatzstahl statt C-Stahl wählen?
Einsatzstahl ist sinnvoll, wenn ein Bauteil an der Oberfläche deutlich verschleißfester sein muss, der Kern aber zäh und belastbar bleiben soll. Ein C-Stahl kann für viele mechanische Anwendungen ausreichen, bietet aber nicht automatisch diese gezielte Kombination aus harter Randschicht und zähem Kern.
Für Zahnräder, Gleitflächen, Lagerstellen oder stark beanspruchte Funktionsflächen ist Einsatzstahl daher oft die bessere Wahl. Verfügbare Qualitäten und Abmessungen können über die aktuelle Lagerbestandsliste geprüft werden.
Welche Rolle spielt Werkstoffberatung bei Einsatzstählen?
Werkstoffberatung ist bei Einsatzstählen besonders sinnvoll, weil nicht nur die Stahlbezeichnung zählt. Wichtig sind Einsatzhärtetiefe, Bauteilgröße, mechanische Belastung, Wärmebehandlung, mögliche Nachbearbeitung und Lieferform.
Eine falsche Auswahl kann zu Verzug, Rissen, zu geringer Oberflächenhärte oder unnötigen Bearbeitungskosten führen. Bei unklaren Anforderungen oder sicherheitsrelevanten Bauteilen kann auch eine Werkstoffprüfung helfen, Eigenschaften und Qualitätsmerkmale gezielt abzusichern.

