C-Stähle

Als C-Stahl (auch Kohlenstoffstahl oder Carbonstahl) wird niedrig legierter oder unlegierter Qualitätsstahl bezeichnet, der als Zusatzbestandteil neben Eisen hauptsächlich Kohlenstoff (C) enthält.  Je nach Zusammensetzung und Werkstoffqualität findet C-Stahl vor allem bei der Herstellung von Werkzeugen sowie im Maschinen- und Fahrzeugbau Verwendung.

C-Stahl ist äußerst robust und formstabil, aber auch gut formbar. Abhängig von der Werkstoffkombination und Vergütung sind C-Stähle für leichte bis hohe Beanspruchung ausgelegt. Durch eine gezielte Legierung mit Elementen wie Silizium, Mangan, Chrom, Molybdän oder Vanadium sowie entsprechende Wärmebehandlungen lässt sich die für den Einsatzzweck gewünschte Festigkeit und Zähigkeit des Qualitätsstahls erreichen. Da Kohlenstoffstahl oder Qualitätsstahl nicht rostfrei ist, muss das Material durch entsprechende Beschichtung vor Korrosion geschützt werden.

Die Wilhelm Jungermann GmbH liefert gezogenen Qualitätsstahl in Stäben und Ringen (Coils) in unterschiedlichen Ausführungen, Formen und Abmessungen.

Eigenschaften von C-Stahl

  • Unlegiert oder niedrig legiert
  • Sehr robust, hohe Formstabilität
  • Gute Formbarkeit
  • Verschleißfeste Randschicht mit zähem Kern
  • Härtbar
  • Schmiedbar
  • Nicht rostfrei

Einsatzbereiche von C-Stahl

  • Schrauben
  • Schraubendreherklingen
  • Inbusschlüssel
  • Sonderteile im Maschinen- und Fahrzeugbau
  • Wellen
  • Spindeln
  • Achsen
  • Messer

Werkstoff-Informationstabelle

Details zu den einzelnen Werkstoffen finden Sie im jeweiligen Werkstoff-Informationsblatt durch Anklicken der Werkstoff-Nummer.

Werkstoff-Nr.BezeichnungVerwendungsmöglichkeit
1.0501C 35Schrauben, Sonderteile im Maschinen- und Fahrzeugbau
1.0503C 45Schrauben, preiswerte Inbusschlüssel, Sonderteile im Maschinen-, Fahrzeug- und Apparatebau
1.0601C 60Inbusschlüssel, Wellen, Spindeln und Achsen

Bei Fragen zu unseren Produkten können Sie uns per Telefon oder E-Mail kontaktieren. Wir beraten Sie gerne, welche Stahlsorte für Ihre Werkzeugteile oder Anwendungsfälle am besten geeignet sind.

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Häufige Fragen

Fragen zu C-Stählen

Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen zu C-Stählen, typischen Anwendungen, Unterschieden zwischen Werkstoffen und zur passenden Materialauswahl.

Was sind C-Stähle?

C-Stähle sind unlegierte oder niedrig legierte Qualitätsstähle, deren Eigenschaften stark vom Kohlenstoffgehalt geprägt werden. Sie enthalten neben Eisen vor allem Kohlenstoff und werden je nach Qualität für Werkzeuge, Maschinenteile, Fahrzeugbau und industrielle Anwendungen eingesetzt.

C-Stähle sind robust, formstabil, härtbar und je nach Werkstoff gut formbar. Sie sind jedoch nicht rostfrei und benötigen bei korrosiver Umgebung einen passenden Schutz. Einen Überblick über verfügbare Qualitäten, Formen und Abmessungen bietet die aktuelle Lagerbestandsliste.

Wofür wird C45-Stahl verwendet?

C45 ist ein häufig eingesetzter C-Stahl für mechanisch belastete Bauteile. Er eignet sich zum Beispiel für Schrauben, Wellen, Achsen, Spindeln, Maschinenteile und Sonderteile im Maschinen-, Fahrzeug- und Apparatebau sowie für einfache Handwerkzeuge.

Der Werkstoff wird oft gewählt, wenn Festigkeit, Zähigkeit, Bearbeitbarkeit und Kosten in einem sinnvollen Verhältnis stehen müssen. C45 kann je nach Anforderung wärmebehandelt, geglüht und/oder vergütet werden. Für Anwendungen mit höherer Verschleißbelastung oder besonderen Werkzeuganforderungen kann dagegen ein Blick auf legierte Werkzeugstähle sinnvoll sein.

Was ist der Unterschied zwischen C45 und C60?

C45 und C60 unterscheiden sich vor allem im Kohlenstoffgehalt. C60 enthält mehr Kohlenstoff als C45 und kann dadurch höhere Härte und Festigkeit erreichen. Gleichzeitig kann C60 bei ungünstiger Verarbeitung empfindlicher auf Spannungen reagieren und ist meist weniger gut umformbar.

C45 wird häufig gewählt, wenn ein ausgewogenes Verhältnis aus Festigkeit, Zähigkeit und Bearbeitbarkeit gefragt ist. C60 eignet sich eher für Anwendungen wie Wellen, Spindeln, Achsen oder Werkstücke, bei denen höhere Härte und Verschleißfestigkeit wichtiger sind. Entscheidend bleibt immer der konkrete Einsatzfall.

Warum kann C-Stahl beim Biegen reißen oder brechen?

C-Stahl kann beim Biegen reißen oder brechen, wenn die Biegespannungen am Außenradius zu hoch werden. Mögliche Ursachen sind ein ungeeignetes Glühgefüge, ein zu kleiner Biegeradius, eine zu hohe Biegegeschwindigkeit oder eine nicht passende Wärmebehandlung entlang der Fertigungskette sowie Zunderreste durch Überwalzungen im Gefüge.

Auch Werkstoffqualität, Abmessung und Zustand des Ausgangsmaterials spielen eine Rolle. Deshalb sollte nicht nur die Stahlbezeichnung betrachtet werden, sondern das fertige Werkstück: Welche Form wird gebogen, welche Belastung entsteht und welche Eigenschaften muss das Bauteil später erfüllen beziehungsweise welcher Einsatzzweck wird gefordert?

Lassen sich C-Stähle härten?

Ja, viele C-Stähle lassen sich härten oder vergüten. Die erreichbare Härte hängt vom Kohlenstoffgehalt, von der Werkstoffqualität, vom Querschnitt und von der Wärmebehandlung ab. Ein höherer Kohlenstoffgehalt kann höhere Härte ermöglichen, ist aber nicht automatisch für jede Anwendung besser.

Für eine erste technische Orientierung lassen sich Härtewerte mit dem Online-Rechner zur Härtegrad-Umwertung vergleichen. Die eigentliche Werkstoffauswahl sollte aber immer vom Bauteil, der Belastung, der Bearbeitung, der gewünschten Lebensdauer und dem Einsatzzweck ausgehen.

Wann ist ein C-Stahl nicht die beste Wahl?

C-Stahl ist nicht immer die beste Wahl, wenn sehr hohe Verschleißfestigkeit, besondere Warmfestigkeit, sehr enge Maßhaltigkeit oder eine gezielte Kombination aus harter Oberfläche und zähem Kern gefordert sind. In solchen Fällen können Einsatzstähle, Vergütungsstähle, legierte Werkzeugstähle oder Edelbaustähle besser geeignet sein.

Auch bei hohen Anforderungen an Oberfläche und Maßgenauigkeit sollte geprüft werden, ob Blankstahl oder eine zusätzliche Bearbeitung sinnvoll sind. Die passende Qualität ergibt sich aus Funktion, Belastung und Weiterverarbeitung des fertigen Bauteils.