Schnellarbeitsstähle
Als Schnellarbeitsstahl (HSS = High Speed Steel) werden hochlegierte Werkzeugstähle mit einem höheren Kohlenstoffanteil sowie einem sehr hohen Anteil an Legierungselementen (teils über 30%) bezeichnet. Durch diese Zusammensetzung verfügt HSS-Stahl über besondere Härteeigenschaften, Schneideigenschaften sowie eine sehr hohe Wärmefestigkeit und Verschleißfestigkeit, die optimal bei der Fertigung von spanenden Werkzeugen zum Tragen kommen. Schnellarbeitsstahl wird beispielsweise als Schneidstoff für Gewindebohrer, Fräser, Sägeblätter und weitere Hochleistungswerkzeuge eingesetzt.
Gegenüber legierten Werkzeugstählen können Schnellarbeitsstähle in Werkzeugmaschinen mit bis zu 10-facher Schnittgeschwindigkeit eingesetzt werden. Dabei halten sie höchster Beanspruchung sowie Oberflächentemperaturen bis 600°C stand.
Die Jungermann GmbH bietet HSS-Stähle in verschiedenen Ausführungen an. Diese unterscheiden sich durch den Anteil der jeweiligen Legierungselemente und sind dementsprechend für verschiedene Einsatzzwecke optimiert.
Eigenschaften von Schnellarbeitsstahl
- Besondere Härteeigenschaften
- Anlassbeständig
- Sehr verschleißfest
- Hohe Schnittgeschwindigkeiten
- Warmfest bis 600° C
Einsatzbereiche von Schnellarbeitsstahl
- Hochleistungsfräser
- Gewindebohrer
- Gewindeschneidwerkzeuge
- Räumwerkzeuge
- Sägeblätter
- Drehmeißel
Werkstoff-Informationstabelle
Details zu den einzelnen Werkstoffen finden Sie im jeweiligen Werkstoff-Informationsblatt durch Anklicken der Werkstoff-Nummer.
| Werkstoff-Nr. | Bezeichnung | Verwendungsmöglichkeit |
|---|---|---|
| 1.3243 | S 6-5-2-5 | Fräser, Gewindespiralbohrer, Reibaalen, Fräser, Senker, Schruppwerkzeuge ausgezeichneter Zähigkeit |
| 1.3343 | S 6-5-2 | Fräser, Gewindespiralbohrer, Hobel- und Zahnradstoßmesser, Segmente für Kreissägen |
| 1.3344 | S 6-5-3 | Fräser, Gewindespiralbohrer, Senker, Räumnadeln mit höchstem Abriebwiderstand, bester Schnitthaltigkeit und Zähigkeit |
Bei Fragen zu unseren Produkten können Sie uns per Telefon oder E-Mail kontaktieren. Wir beraten Sie gerne, welche Stahlsorte für Ihre Werkzeugteile oder Anwendungsfälle am besten geeignet sind.
Für Bestandsabfragen können Sie das Formular auf dieser Seite ausfüllen. Wir melden uns schnellstmöglich mit aktuellen Zahlen bei Ihnen.
Häufige Fragen
Fragen zu Schnellarbeitsstählen
Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen zu Schnellarbeitsstählen, HSS, Warmfestigkeit, Schneidleistung und zur passenden Materialauswahl.
Was sind Schnellarbeitsstähle?
Schnellarbeitsstahl gehört zu der Gruppe der legierten Werkzeugstähle. Diese besitzen einen Kohlenstoffanteil bis 2,06 % und einen Gehalt an weiteren Legierungselementen wie Wolfram, Molybdän, Vanadium, Cobalt, Nickel und Titan von insgesamt bis zu 30 %.
Schnellarbeitsstähle, häufig HSS genannt, sind hochlegierte Werkzeugstähle für stark beanspruchte Schneid- und Bearbeitungswerkzeuge. Sie besitzen besondere Härteeigenschaften, hohe Verschleißfestigkeit und eine sehr hohe Warmfestigkeit. Dadurch bleiben sie auch bei höheren Arbeitstemperaturen leistungsfähig und maßhaltig.
Schnellarbeitsstähle werden vor allem für spanende Werkzeuge eingesetzt, etwa Gewindebohrer, Fräser, Sägeblätter, Räumwerkzeuge und Drehmeißel. Einen Überblick über diese Werkstoffgruppe bietet die Seite Schnellarbeitsstähle.
Wofür werden Schnellarbeitsstähle verwendet?
Schnellarbeitsstähle werden für Werkzeuge verwendet, die hohe Schneidleistung, Verschleißfestigkeit und Warmfestigkeit benötigen. Typische Anwendungen sind Hochleistungsfräser, Gewindebohrer, Gewindeschneidwerkzeuge, Räumwerkzeuge, Sägeblätter und Drehmeißel.
HSS ist besonders interessant, wenn bei der Bearbeitung hohe Temperaturen entstehen und das Werkzeug seine Härte behalten muss. Für einfache Werkzeuganwendungen können unlegierte oder legierte Werkzeugstähle ausreichen. Bei hoher Schnittgeschwindigkeit und langen Standzeiten ist Schnellarbeitsstahl oft die bessere Wahl.
Was ist der Unterschied zwischen Schnellarbeitsstahl und Werkzeugstahl?
Schnellarbeitsstahl gehört zur Gruppe der Werkzeugstähle, ist aber für besonders hohe Anforderungen bei der Zerspanung ausgelegt. Im Vergleich zu vielen klassischen Werkzeugstählen bietet HSS eine deutlich höhere Warmfestigkeit und kann bei höheren Schnittgeschwindigkeiten eingesetzt werden.
Das ist wichtig, weil Schneidwerkzeuge im Betrieb stark erwärmt werden können. Nicht jedes Werkzeug benötigt HSS. Bei geringerer Temperatur- oder Verschleißbelastung können legierte Werkzeugstähle technisch und wirtschaftlich sinnvoller sein.
Warum ist Warmfestigkeit bei HSS wichtig?
Warmfestigkeit ist bei Schnellarbeitsstählen wichtig, weil Schneidwerkzeuge während der Bearbeitung hohe Temperaturen erreichen. Wenn ein Werkstoff bei Wärme seine Härte und Maßhaltigkeit verliert, sinkt die Schneidleistung und der Verschleiß steigt.
HSS ist darauf ausgelegt, auch bei erhöhter Temperatur leistungsfähig zu bleiben. Das verbessert Standzeit, Prozesssicherheit und Werkzeugleistung. Trotzdem müssen Werkstoff, Schneidgeometrie, Kühlung, Bearbeitungsparameter und gegebenenfalls Beschichtung zusammenpassen. Der Stahl allein löst nicht jedes Verschleißproblem.
Wann ist Schnellarbeitsstahl nicht notwendig?
Schnellarbeitsstahl ist nicht notwendig, wenn ein Werkzeug nur gering belastet wird, keine hohen Temperaturen entstehen oder einfachere Werkzeugstahlqualitäten ausreichen. HSS ist technisch leistungsfähig, aber nicht automatisch die wirtschaftlichste Lösung.
Für einfache Vorrichtungen, Handwerkzeuge oder weniger stark beanspruchte Anwendungen können unlegierte oder legierte Werkzeugstähle ausreichend sein und die bessere wirtschaftliche Lösung darstellen. Die Entscheidung sollte davon abhängen, welche Standzeit, Schneidleistung, Temperaturbeständigkeit und Verschleißfestigkeit tatsächlich benötigt werden. Eine Übersicht bietet die Produktseite Werkzeugstähle und Stahlqualitäten.
Wie kann man HSS-Qualitäten vergleichen?
HSS-Qualitäten lassen sich über Legierung, Härte, Warmfestigkeit, Verschleißbeständigkeit, Zähigkeit und empfohlene Einsatzbereiche vergleichen. Auch Werkstoffnummern und technische Datenblätter helfen bei der Einordnung.
Wichtig ist, nicht nur einzelne Kennwerte zu betrachten, sondern den konkreten Einsatz: Wird gebohrt, gefräst, geschnitten, gerieben oder geräumt? Welche Temperaturen entstehen? Welche Standzeit wird erwartet? Zur ersten technischen Orientierung können Härtewerte mit dem Online-Rechner umgerechnet werden.

