Unlegierte Werkzeugstähle
Unlegierte Werkzeugstähle haben einen Kohlenstoffanteil zwischen 0,5 und 1,5 % und enthalten häufig auch geringe Mengen Wolfram. Verwendung finden unlegierte Werkzeugstähle zum Beispiel in Einsteckwerkzeugen für Druckluft-Hämmer im Bergbau und Straßenbau (Meißelstahl).
Unlegierte Werkzeugstähle sind Kaltarbeitsstähle und daher nicht für Betriebstemperaturen über 200°C geeignet. Durch die fehlende Legierung sind sie in der Herstellung günstiger, allerdings im Vergleich zu legierten Werkzeugstählen nicht vollständig durchhärtbar. Unlegierter Werkzeugstahl ist dementsprechend etwas verschleißanfälliger und nicht für sehr hohe mechanische Beanspruchung ausgelegt.
Die Wilhelm Jungermann GmbH beliefert ihre Kunden mit unlegiertem Werkzeugstahl / Meißelstahl (Werkstoff C 70 W2) für Drucklufteinsteckwerkzeuge.
Eigenschaften von unlegiertem Werkzeugstahl
- Kaltarbeitsstahl (wärmefest bis 200°C)
- Sehr zäher Kern
- Nicht vollständig durchhärtbar
- Gute Verschleißfestigkeit nach der Wärmebehandlung
- Nicht rostfrei
Einsatzbereiche von unlegiertem Werkzeugstahl
- Druckluft-Einsteckwerkzeuge
- Handwerkzeuge
Werkstoff-Informationstabelle
Details zu den einzelnen Werkstoffen finden Sie im jeweiligen Werkstoff-Informationsblatt durch Anklicken der Werkstoff-Nummer.
| Werkstoff-Nr. | Bezeichnung | Verwendungsmöglichkeit |
|---|---|---|
| 1.1620 | C 70 W 2 | Drucklufteinsteckwerkzeuge (Meißel) im Berg- und Straßenbau |
Bei Fragen zu unseren Produkten können Sie uns per Telefon oder E-Mail kontaktieren. Wir beraten Sie gerne, welche Stahlsorte für Ihre Werkzeugteile oder Anwendungsfälle am besten geeignet sind.
Für Bestandsabfragen können Sie das Formular auf dieser Seite ausfüllen. Wir melden uns schnellstmöglich mit aktuellen Zahlen bei Ihnen.
Häufige Fragen
Fragen zu unlegierten Werkzeugstählen
Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen zu unlegierten Werkzeugstählen, typischen Anwendungen, Belastungsgrenzen und Werkstoffauswahl.
Was sind unlegierte Werkzeugstähle?
Unlegierte Werkzeugstähle sind Werkzeugstähle, deren Eigenschaften vor allem durch den Kohlenstoffgehalt und die Wärmebehandlung bestimmt werden. Sie enthalten keine oder nur geringe Legierungsanteile und werden für Werkzeuge eingesetzt, bei denen Härte, Zähigkeit und Verschleißfestigkeit gefragt sind, aber keine hohen Arbeitstemperaturen auftreten.
Sie zählen zu den Kaltarbeitsstählen und sind nicht für Betriebstemperaturen über etwa 200 °C geeignet. Einen Überblick bietet die Seite unlegierte Werkzeugstähle.
Wofür werden unlegierte Werkzeugstähle verwendet?
Unlegierte Werkzeugstähle werden unter anderem für Druckluft-Einsteckwerkzeuge, Meißel, Handwerkzeuge und einfache Werkzeuganwendungen eingesetzt. Ein typisches Beispiel ist der Werkstoff C70W2 mit der Werkstoffnummer 1.1620 für Drucklufteinsteckwerkzeuge im Berg- und Straßenbau.
Die Werkstoffe können nach der Wärmebehandlung eine gute Verschleißfestigkeit erreichen, sind aber im Vergleich zu legierten Werkzeugstählen nicht vollständig durchhärtbar. Für Anwendungen mit höheren Temperaturen, stärkerem Verschleiß oder längeren Standzeiten sollte geprüft werden, ob ein legierter Werkzeugstahl besser passt.
Was ist der Unterschied zwischen unlegierten und legierten Werkzeugstählen?
Unlegierte Werkzeugstähle enthalten keine oder nur geringe Legierungsanteile. Ihre Eigenschaften werden vor allem über Kohlenstoffgehalt und Wärmebehandlung eingestellt.
Legierte Werkzeugstähle enthalten zusätzliche Elemente wie Chrom, Molybdän, Vanadium oder Silizium, die Verschleißfestigkeit, Härtbarkeit, Zähigkeit oder Warmfestigkeit verbessern können. Unlegierte Werkzeugstähle eignen sich für klassische, begrenzte Anwendungen. Für stärker beanspruchte Werkzeuge lohnt sich der Vergleich mit legierten Werkzeugstählen.
Wann stoßen unlegierte Werkzeugstähle an Grenzen?
Unlegierte Werkzeugstähle stoßen an Grenzen, wenn Werkzeuge hohen Temperaturen, sehr starker Reibung, hoher Schlagbelastung oder langen Standzeit-Anforderungen ausgesetzt sind. Auch bei größeren Querschnitten kann die Durchhärtung begrenzt sein.
Sie sind nicht für Betriebstemperaturen über etwa 200 °C ausgelegt. Wenn höhere Warmfestigkeit, bessere Durchhärtung oder größere Verschleißreserven benötigt werden, kommen legierte Werkzeugstähle oder Schnellarbeitsstähle infrage. Die richtige Wahl hängt davon ab, ob geschnitten, geschlagen, gestanzt, geformt oder warm gearbeitet wird.
Warum verschleißen Werkzeuge manchmal zu schnell?
Zu hoher Werkzeugverschleiß kann mehrere Ursachen haben. Dazu gehören eine ungeeignete Stahlqualität, unregelmäßige Härte innerhalb des Querschnitts, Verunreinigungen im Gefüge, eine entkohlte Oberfläche oder eine nicht passende Wärmebehandlung.
Auch Prozessparameter wie Schnittgeschwindigkeit, Schmierung, Temperatur und Werkzeuggeometrie spielen eine Rolle. Deshalb sollte Werkzeugverschleiß nicht nur als Materialproblem betrachtet werden. Bei unklaren Ursachen kann eine Werkstoffprüfung helfen, Materialzustand und mögliche Fehlerquellen besser einzuordnen.
Wie findet man den passenden Werkzeugstahl?
Der passende Werkzeugstahl ergibt sich aus der späteren Anwendung. Entscheidend sind Verschleißbelastung, Schlagbeanspruchung, Arbeitstemperatur, gewünschte Härte, Zähigkeit, Maßhaltigkeit und Bearbeitbarkeit.
Für einfache Handwerkzeuge oder Meißelanwendungen können unlegierte Werkzeugstähle ausreichen. Für höhere Belastungen, längere Standzeiten oder thermisch anspruchsvolle Prozesse sind legierte Werkzeugstähle oder Schnellarbeitsstähle oft besser geeignet. Eine erste Orientierung bietet die Produktübersicht, in der die wichtigsten Stahlgruppen strukturiert aufgeführt sind.

