Wälzlagerstähle

Bei Wälzlagerstählen handelt es sich um Edelstähle, die neben Kohlenstoff noch verschiedene Legierungselemente wie Chrom, Mangan oder Nickel enthalten. Wälzlager wie Kugellager oder Rollenlager werden üblicherweise aus gehärtetem Chromstahl gefertigt, der etwa 1% Kohlenstoff und bis zu 1,5% Chrom enthält.

Die Aufgabe von Wälzlagern besteht darin, bewegliche Teile zu führen und die einwirkenden Kräfte aufzufangen und weiterzuleiten. Die Lager müssen bei sich ändernden Drehzahlen und hohen Lasten reibungsarm und langlebig arbeiten.

Die Wilhelm Jungermann GmbH liefert Wälzlagerstahl (Stahlsorte 100 Cr 6) für Kugeln, Rollen, Ringe und Scheiben bis zu einem Durchmesser von 30 mm.

Eigenschaften von Wälzlagerstahl

  • Gut härtbar, auch für Einsatzhärten geeignet
  • Chromlegierung
  • Verschleißfest
  • Teilweise randschichtgehärtet
  • Arbeitet reibungsarm
  • Langlebig
  • Leicht rostend

Einsatzbereiche von Wälzlagerstahl

  • Kugellager
  • Rollenlager
  • Nadellager
  • Ringe
  • Scheiben
  • Lehren

Werkstoff-Informationstabelle

Details zu den einzelnen Werkstoffen finden Sie im jeweiligen Werkstoff-Informationsblatt durch Anklicken der Werkstoff-Nummer.

Werkstoff-Nr.BezeichnungVerwendungsmöglichkeit
1.3505100 Cr 6Gewindebohrer, Holzbohrer, Lehren, Kugelrollen, Ringe und Scheiben

Bei Fragen zu unseren Produkten können Sie uns per Telefon oder E-Mail kontaktieren. Wir beraten Sie gerne, welche Stahlsorte für Ihre Werkzeugteile oder Anwendungsfälle am besten geeignet sind.

Für Bestandsabfragen können Sie das Formular auf dieser Seite ausfüllen. Wir melden uns schnellstmöglich mit aktuellen Zahlen bei Ihnen.

Häufige Fragen

Fragen zu Wälzlagerstählen

Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen zu Wälzlagerstählen, 100Cr6, Präzisionsanwendungen und Werkstoffqualität.

Was sind Wälzlagerstähle?

Wälzlagerstähle sind hochwertige Stähle für Lager-, Präzisions- und Verschleißanwendungen. Sie werden dort eingesetzt, wo hohe Härte, Verschleißfestigkeit, Maßhaltigkeit und Dauerfestigkeit erforderlich sind.

Bekannt sind vor allem Stähle mit der Bezeichnung 100Cr6 beziehungsweise der Werkstoffnummer 1.3505. Wälzlagerstähle müssen sehr gleichmäßige Eigenschaften besitzen, weil Lagerkomponenten im Betrieb oft hohen Kontaktpressungen und wechselnden Belastungen ausgesetzt sind. Einen Überblick über diese Produktgruppe bietet die Seite Wälzlagerstähle.

Wofür wird 100Cr6 verwendet?

100Cr6 wird häufig für Wälz- oder Kugellager, Kugeln, Rollen, Lagerringe, Führungen, Präzisionsteile und verschleißbeanspruchte Komponenten eingesetzt. Der Werkstoff ist interessant, wenn hohe Härte, Verschleißbeständigkeit und Maßhaltigkeit benötigt werden.

Auch im Werkzeug- und Maschinenbau kann 100Cr6 für bestimmte Präzisionsbauteile relevant sein. Entscheidend ist, dass Wärmebehandlung, Oberflächenqualität und Bauteilgeometrie zum Einsatz passen. Für die Materialplanung können verfügbare Abmessungen in der aktuellen Lagerbestandsliste geprüft werden.

Was ist der Unterschied zwischen Wälzlagerstahl und Werkzeugstahl?

Wälzlagerstahl ist besonders auf Lager- und Präzisionsanwendungen mit hoher Kontaktbelastung ausgelegt. Werkzeugstahl wird dagegen für hochwertige Handwerkzeuge oder Werkzeuge genutzt, die schneiden, formen, stanzen oder umformen.

Beide Werkstoffgruppen können hohe Härte und Verschleißfestigkeit bieten, unterscheiden sich aber in Einsatzbereich und Eigenschaftsprofil. Wälzlagerstahl ist interessant, wenn Maßhaltigkeit, Dauerfestigkeit und gleichmäßige Belastbarkeit im Vordergrund stehen. Für Handwerkzeuge und klassische Werkzeuganwendungen ist häufig ein Blick auf legierte Werkzeugstähle sinnvoll.

Warum ist Werkstoffqualität bei Wälzlagerstählen so wichtig?

Werkstoffqualität ist bei Wälzlagerstählen besonders wichtig, weil Einschlüsse, Verunreinigungen oder ungleichmäßige Gefügebestandteile die Lebensdauer stark beeinflussen können. Lager und Präzisionsteile sind häufig hohen Wechselbelastungen und Kontaktpressungen ausgesetzt.

Kleine Materialfehler können dann zu Verschleiß, Rissen oder Ausfällen führen. Deshalb spielen definierte Stahlqualität, nachvollziehbare Herkunft, Werkstoffdaten und passende Prüfung eine wichtige Rolle. Bei anspruchsvollen Anwendungen kann die Werkstoffprüfung helfen, Eigenschaften gezielt zu überprüfen.

Lassen sich Wälzlagerstähle gut bearbeiten?

Wälzlagerstähle lassen sich bearbeiten, stellen aber höhere Anforderungen an Werkzeug, Prozess und Wärmebehandlung als einfache Baustähle. Im geglühten Zustand ist die Zerspanung meist besser möglich. Nach dem Härten steigen Härte und Verschleißbeständigkeit deutlich, wodurch die Bearbeitung anspruchsvoller wird.

Für präzise Bauteile sollten Bearbeitung, Wärmebehandlung und mögliche Nachbearbeitung früh geplant werden. Bei Anforderungen an Oberfläche und Maßhaltigkeit können Leistungen aus der Oberflächenbearbeitung relevant werden.

Wann sind Wälzlagerstähle die richtige Wahl?

Wälzlagerstähle sind die richtige Wahl, wenn ein Bauteil hohe Härte, Verschleißfestigkeit, Maßhaltigkeit und Dauerbelastbarkeit benötigt. Das gilt besonders für Lagerkomponenten, Präzisionsteile und Anwendungen mit hoher Kontaktpressung.

Sie sind weniger geeignet, wenn vor allem einfache Umformbarkeit, Schweißbarkeit oder niedrige Materialkosten im Vordergrund stehen. Die Auswahl sollte immer vom fertigen Bauteil ausgehen: Welche Last wirkt, welche Oberfläche wird benötigt und welche Wärmebehandlung ist geplant?