Legierte Werkzeugstähle
Bei Werkzeugstählen handelt es sich um Stähle, die zur Fertigung von Werkzeugen, Formen und Normteilen eingesetzt werden. Durch die Verwendung unterschiedlicher Legierungselemente wie Molybdän, Chrom oder Silizium und deren Zusammensetzungen können – abhängig vom Einsatzzweck – spezielle Eigenschaften des Werkstoffs erzielt werden. Werkzeugstähle werden beispielsweise zur Herstellung von Schraubendreherklingen, Inbusschlüsseln, Meißeln und Schneidwerkzeugen verwendet.
Bei legierten Werkzeugstählen unterscheidet man zwischen Kaltarbeitsstahl und Warmarbeitsstahl. Bei Werkzeugen aus Kaltarbeitsstahl darf die Oberflächentemperatur während der Verwendung 200°C nicht übersteigen, da es sonst zu einer Verringerung der Materialhärte kommen kann. Steigen die Temperaturen an der Oberfläche auf über 200°C, sollten hochlegierte Warmarbeitsstähle zum Einsatz kommen, die eine entsprechende Anlassbeständigkeit und Wärmehärte aufweisen.
Die Wilhelm Jungermann GmbH bietet – je nach Einsatzbereich – Werkzeugstähle in verschiedenen Ausführungen an. Diese unterscheiden sich zum Beispiel hinsichtlich Stahlhärte, Zähigkeit, Verschleißwiderstand und Verarbeitbarkeit.
Eigenschaften von legiertem Werkzeugstahl
- Niedrig bis hoch legiert
- Hohe Zugfestigkeit
- Hohe Verschleißfestigkeit
- Hohe Härte
- Hohe Zähigkeit
- Teilweise für hohe Arbeitstemperaturen geeignet (Warmarbeitsstahl)
- Nicht rostfrei
Einsatzbereiche von legiertem Werkzeugstahl
- Schraubendreherklingen
- Inbusschlüssel
- Schraubenschlüssel und Steckschlüssel bzw. Nüsse
- Scherenmesser
- Schneidwerkzeuge
- Fließpresswerkzeuge
- Meißel
Werkstoff-Informationstabelle
Details zu den einzelnen Werkstoffen finden Sie im jeweiligen Werkstoff-Informationsblatt durch Anklicken der Werkstoff-Nummer.
| Werkstoff-Nr. | Bezeichnung | Verwendungsmöglichkeit |
|---|---|---|
| 1.2208 | 31 Cr V 3 | Steckschlüsselschäfte, Schraubenschlüssel, Nüsse |
| 1.2242 | 59 Cr V 4 | Schraubendreherklingen, Inbusschlüssel , Bohrstangen, Ritzel, Meißel und Kaltlochstempel |
| 1.2243 | 61 Si Cr V 5 | Schraubendreherklingen, Metallscherenmesser, Schneidwerkzeuge und Fließpresswerkzeuge |
| 1.2249 | 45 Si Cr V 6 | SDS - Einsteckwerkzeuge, Lochdorne, Ziehwerkzeuge, Formstanzen, ferner als Schaftmaterial für Hartmetall-Bohrkronen |
| 1.2328 | 45 Cr Mo V 7 | Meißel aller Art für Lufthärtung ohne Anlassbehandlung |
| 1.2379 | X 153 Cr Mo V 12 | Scherenmesser, Räumnadeln, Senker |
| 1.2381 | 73 Mo V 5 2 | Schraubendreherklingen, Bits für höchste Ansprüche in pneumatischen oder elektrischen Werkzeugen |
Bei Fragen zu unseren Produkten können Sie uns per Telefon oder E-Mail kontaktieren. Wir beraten Sie gerne, welche Stahlsorte für Ihre Werkzeugteile oder Anwendungsfälle am besten geeignet sind.
Für Bestandsabfragen können Sie das Formular auf dieser Seite ausfüllen. Wir melden uns schnellstmöglich mit aktuellen Zahlen bei Ihnen.
Häufige Fragen
Fragen zu legierten Werkzeugstählen
Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen zu legierten Werkzeugstählen, typischen Anwendungen, Kalt- und Warmarbeitsstählen und zur passenden Werkstoffauswahl.
Was sind legierte Werkzeugstähle?
Legierte Werkzeugstähle sind Stähle für Werkzeuge, Formen und Normteile, deren Eigenschaften durch Legierungselemente gezielt verbessert werden. Dazu gehören je nach Qualität zum Beispiel Chrom, Molybdän, Vanadium oder Silizium.
Diese Elemente beeinflussen Härte, Zähigkeit, Verschleißfestigkeit, Härtbarkeit und teilweise Warmfestigkeit. Legierte Werkzeugstähle werden eingesetzt, wenn unlegierte Werkzeugstähle für die Belastung nicht ausreichen. Einen Überblick über Qualitäten und Einsatzbereiche bietet die Seite legierte Werkzeugstähle.
Wofür werden legierte Werkzeugstähle eingesetzt?
Legierte Werkzeugstähle werden für Schraubendreherklingen, Inbusschlüssel, Steckschlüssel, Scherenmesser, Schneidwerkzeuge, Fließpresswerkzeuge, Meißel, Lochdorne, Formstanzen und weitere industrielle Werkzeuge eingesetzt.
Sie sind besonders relevant, wenn hohe Härte, Verschleißfestigkeit, Zähigkeit oder Maßhaltigkeit gefordert sind. Je nach Anwendung werden unterschiedliche Qualitäten genutzt. Ein Werkzeug für Kaltarbeit stellt andere Anforderungen als ein Werkzeug, das höheren Temperaturen ausgesetzt ist. Deshalb sollte die Auswahl immer vom konkreten Prozess und der späteren Beanspruchung ausgehen.
Was ist der Unterschied zwischen Kaltarbeitsstahl und Warmarbeitsstahl?
Kaltarbeitsstähle werden für Werkzeuge eingesetzt, deren Oberflächentemperatur im Betrieb nicht über etwa 200 °C steigen soll. Wird diese Grenze überschritten, kann die Materialhärte abnehmen. Warmarbeitsstähle sind dagegen für höhere Arbeitstemperaturen ausgelegt und besitzen eine bessere Anlassbeständigkeit und Wärmehärte.
Sie kommen zum Einsatz, wenn Werkzeuge thermisch stark belastet werden. Entscheidend ist also nicht nur die Werkzeugform, sondern die Temperatur und Belastung im Prozess. Für besonders hohe Schneidleistungen kann auch Schnellarbeitsstahl relevant sein.
Wann ist ein legierter Werkzeugstahl besser als ein unlegierter?
Ein legierter Werkzeugstahl ist meist besser geeignet, wenn höhere Verschleißfestigkeit, bessere Durchhärtung, höhere Zähigkeit, Maßbeständigkeit oder Temperaturbeständigkeit gefordert sind. Unlegierte Werkzeugstähle können für einfache Anwendungen wirtschaftlich und technisch ausreichend sein.
Bei anspruchsvollen Werkzeugen, langen Standzeiten, starker Reibung oder höheren Temperaturen bieten legierte Qualitäten oft mehr Sicherheit. Der Vergleich mit unlegierten Werkzeugstählen hilft, die Grenzen der einfachen Werkzeugstähle besser einzuordnen.
Warum ist die Stahlqualität für Werkzeugstandzeiten wichtig?
Die Stahlqualität beeinflusst die Standzeit eines Werkzeugs erheblich. Ungleichmäßige Härte, Verunreinigungen, eine nicht qualitative Herstellung, ungeeignete Wärmebehandlung oder eine nicht passende Werkstoffauswahl können zu schnellem Verschleiß, Ausbrüchen oder Maßabweichungen führen.
Gleichzeitig ist nicht immer der härteste Stahl die beste Lösung. Ein Werkzeug muss auch zäh genug sein, um Belastungen ohne Bruch aufzunehmen. Deshalb sollten Stahlqualität, Wärmebehandlung, Oberflächenzustand und Einsatzbedingungen gemeinsam bewertet werden. Bei kritischen Anwendungen kann eine Werkstoffprüfung sinnvoll sein.
Welche Rolle spielen Datenblätter bei legierten Werkzeugstählen?
Datenblätter helfen dabei, Werkstoffeigenschaften, Einsatzbereiche, Wärmebehandlungshinweise und Vergleichswerte besser zu beurteilen. Gerade bei legierten Werkzeugstählen ist das wichtig, weil verschiedene Qualitäten ähnliche Einsatzfelder haben können, aber unterschiedliche Eigenschaften besitzen.
Datenblätter ersetzen keine technische Beratung, bieten aber eine wichtige Grundlage für die Vorauswahl. Auf den Produktseiten stehen Werkstoffinformationen und PDF-Datenblätter zu einzelnen Werkstoffnummern bereit. Ergänzend können Kunden über die Werkstoffprüfung und die aktuelle Lagerbestandsliste verfügbare Qualitäten prüfen.

