Vergütungsstähle

Als Vergütungsstahl werden unlegierte oder legierte Edelbaustähle bezeichnet, die sich infolge ihrer chemischen Zusammensetzung zum Vergüten eignen. Durch Vergüten (sprich Härten und Anlassen) des Stahls wird eine hohe Festigkeit bei gleichzeitig guter Zähigkeit im Kern erreicht. Im vergüteten Zustand eignen sich diese Stahlsorten für Konstruktionsteile, die eine hohe Zugfestigkeit und Dauerfestigkeit aufweisen müssen. Dazu zählen zum Beispiel Schrauben, Gewindestangen, Schlagschraubernüsse, Achsen, Pleuelstangen, Kurbelwellen und Ritzel.

In Abhängigkeit vom Einsatzzweck werden die gewünschten Eigenschaften des Vergütungsstahls durch die Materialzusammensetzung sowie die gewählte Härtetemperatur und Abschreckgeschwindigkeit bzw. die Anlasstemperatur und Anlassdauer während des Vergütungsvorgangs erzielt.

Die Wilhelm Jungermann GmbH bietet Vergütungsstähle mit Chrom-Molybdän-Legierung für den Maschinen- und Anlagenbau sowie den Fahrzeug- und Flugzeugbau.

Eigenschaften von Vergütungsstahl

  • Hohe Zug- und Dauerfestigkeit
  • Guter Verschleißwiderstand
  • Hohe Zähigkeit

Einsatzbereiche von Vergütungsstahl

  • Schrauben
  • Gewindestangen
  • Schlagschraubernüsse
  • Achsen
  • Pleuelstangen
  • Kurbelwellen
  • Ritzel

Werkstoff-Informationstabelle

Details zu den einzelnen Werkstoffen finden Sie im jeweiligen Werkstoff-Informationsblatt durch Anklicken der Werkstoff-Nummer.

Werkstoff-Nr.BezeichnungVerwendungsmöglichkeit
1.722542 Cr Mo 4Schrauben, Gewindestangen, Schlagschraubernüsse, Achsen, Pleuelstangen, Kurbelwellen, Ritze
1.722742 Cr Mo S 4Schrauben, Gewindestangen, Schlagschraubernüsse, Achsen, Pleuelstangen, Kurbelwellen, Ritze

Bei Fragen zu unseren Produkten können Sie uns per Telefon oder E-Mail kontaktieren. Wir beraten Sie gerne, welche Stahlsorte für Ihre Werkzeugteile oder Anwendungsfälle am besten geeignet sind.

Für Bestandsabfragen können Sie das Formular auf dieser Seite ausfüllen. Wir melden uns schnellstmöglich mit aktuellen Zahlen bei Ihnen.

Häufige Fragen

Fragen zu Vergütungsstählen

Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen zu Vergütungsstählen, Wärmebehandlung, Belastbarkeit und zur passenden Werkstoffauswahl.

Was sind Vergütungsstähle?

Vergütungsstähle sind unlegierte oder legierte Edelbaustähle, die sich durch Härten und anschließendes Anlassen gezielt vergüten lassen. Ziel ist eine hohe Festigkeit bei gleichzeitig guter Zähigkeit.

Dadurch eignen sich Vergütungsstähle für Konstruktionsteile, die hohe Zugfestigkeit, Dauerfestigkeit und Belastbarkeit benötigen. Typische Anwendungen sind Schrauben, Gewindestangen, Schlagschraubernüsse, Achsen, Pleuelstangen, Kurbelwellen und Ritzel. Einen Überblick über diese Werkstoffgruppe bietet die Seite Vergütungsstähle.

Wofür werden Vergütungsstähle verwendet?

Vergütungsstähle werden für hochbelastete Bauteile eingesetzt, bei denen Festigkeit und Zähigkeit zusammenkommen müssen. Dazu gehören zum Beispiel Achsen, Wellen, Schrauben, Gewindestangen, Pleuelstangen, Kurbelwellen, Ritzel und belastete Verbindungselemente.

Im vergüteten Zustand können diese Stähle hohe mechanische Beanspruchungen aufnehmen und gleichzeitig widerstandsfähig gegen Bruch bleiben. Die konkrete Auswahl hängt von Bauteilgröße, Belastung, gewünschter Zugfestigkeit, Wärmebehandlung und späterer Bearbeitung ab. Für harte Randschichten kann dagegen ein Einsatzstahl besser geeignet sein.

Was bedeutet Stahl vergüten?

Stahl vergüten bedeutet, dass der Werkstoff zuerst gehärtet und anschließend angelassen wird. Beim Härten steigt die Festigkeit, beim Anlassen wird die Zähigkeit verbessert und die Sprödigkeit reduziert.

Durch die Kombination beider Schritte entsteht ein Werkstoffzustand, der für mechanisch stark belastete Bauteile geeignet ist. Die erreichbaren Eigenschaften hängen von Stahlqualität, Härtetemperatur, Abschreckgeschwindigkeit, Abschreckmedium, Anlasstemperatur, Anlassdauer und Querschnitt ab. Härtewerte können zur ersten Orientierung mit dem Online-Rechner zur Härtegrad-Umwertung verglichen werden.

Was ist der Unterschied zwischen Vergütungsstahl und Werkzeugstahl?

Vergütungsstahl wird vor allem für Konstruktionsteile und Maschinenbauteile verwendet, bei denen hohe Festigkeit und Zähigkeit entscheidend sind. Werkzeugstahl wird dagegen für hochwertige Handwerkzeuge und Werkzeuge eingesetzt, die schneiden, formen, stanzen, schlagen oder umformen.

Dort spielen Härte, Verschleißfestigkeit, Maßhaltigkeit und teilweise Warmfestigkeit eine größere Rolle. Vergütungsstahl ist also oft die richtige Wahl für belastete Bauteile. Für Werkzeuge oder verschleißintensive Anwendungen lohnt sich dagegen der Vergleich mit unlegierten oder legierten Werkzeugstählen.

Warum kann sich ein Werkstück nach der Wärmebehandlung verziehen?

Ein Werkstück kann sich nach der Wärmebehandlung verziehen, wenn innere Spannungen vorhanden sind oder während Härten und Anlassen neue Spannungen entstehen. Ursachen können unterschiedliche Wärmebehandlungsschritte, ungleichmäßige Abkühlung, ungünstige Geometrien, ungleichmäßiges Gefüge, Unreinheiten oder Eigenspannungen aus der Vorbearbeitung sein.

Das Bauteil „erinnert“ sich dann gewissermaßen an frühere Spannungszustände. Besonders bei präzisen Teilen sollten Werkstoff, Abmessung, Wärmebehandlung und mögliche Nachbearbeitung früh aufeinander abgestimmt werden. Bei kritischen Fällen kann eine Werkstoffprüfung zusätzliche Sicherheit geben.

Wann ist Vergütungsstahl nicht ausreichend?

Vergütungsstahl ist nicht immer ausreichend, wenn vor allem höchste Oberflächenhärte, extreme Verschleißfestigkeit, Warmfestigkeit oder besondere Schneidleistung gefordert sind. In solchen Fällen können Einsatzstähle, legierte Werkzeugstähle oder Schnellarbeitsstähle besser passen.

Auch bei engen Toleranzen oder besonderen Oberflächenanforderungen sollte die weitere Bearbeitung früh berücksichtigt werden. Einen Überblick über passende ergänzende Leistungen wie Zuschnitt, Oberflächenbearbeitung oder Prüfung bietet der Bereich Service.